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Vortrag

INDIANERTÜMELEI, INDIANERFILME UND INDIGENE REAKTIONEN HEUTE

von Prof. Hartmut Lutz, Universität Greifswald


Das Phänomen der deutschen Indianertümelei („German Indianthusiasm“) ist heute vielen Indigenen Künstlern und Akademikern in Nordamerika bekannt, die sich mit hiesigen Indianerstereotypien kritisch und oft belustigt auseinandersetzen oder sich aus der Vermarktung unserer Faszination persönliche Vorteile erhoffen. Hierzu sollen im Vortrag drei Bereiche angesprochen werden: (1) Das Erbe Karl Mays und die fortwährende Präsenz oft rassistischer Klischees im Alltag; (2) Die Verbreitung stereotyper Bilder in Indianerfilmen und die Arbeiten Indigener Filmemacher heute; (3) Die Reaktionen Indigener Künstler, Akademikerinnen und Schriftsteller auf „German Indianthusiasm.“


(1) Frühe bildliche Darstellungen der neu „entdeckten“ „Wilden“ waren von  mittelalterlichen Vorstellungen vom „Wilden Mann “ (einem halbnackten Kannibalen am Rande der Zivilisation) geprägt. Erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts und nachhaltig mit den Werken Karl Mays verfestigte sich bei uns das Bild des reitenden, federgeschmückten Büffeljägers als Indianerbild schlechthin, welches bis heute viele deutsche Menschen fasziniert, die eine besondere Affinität zwischen sich und den Indigenen Völkern Nordamerikas zu erkennen glauben.


(2) In Hollywood- und oft auch in deutschen Indianerfilmen wurden gängige Indianer-Klischees stereotyp wieder und wieder verbreitet, so dass sie die Wahrnehmung Indigener Menschen in Nordamerika als Mitmenschen und Zeitgenossen verzerrten und oft ganz verhinderten, denn wer gelernt hat, dass „Indianer“ aussehen wie Winnetou (oder Gojko Mitic oder Pierre Brice) , kann alle Jene, die eben nicht so aussehen, nicht als Indigene erkennen. Gegen diese Nicht-Wahrnehmung ihrer selbst als Individuen und Zeitgenossen, kämpfen Filme Indigener Filmemacher an, indem sie den Zuschauern Indigene Mitmenschen als Individuen in historischen oder zeitgenössischen Kulturen näher bringen.


(3) Manche Indigenen Kulturschaffenden setzen sich in ihren Werken direkt und kritisch mit „German Indianthusiasm“ auseinander. Interviews mit Indigenen Schriftstellerinnen, Akademikern und Künstlern aus Kanada, die Deutschland aus Reisen und persönlichen Kontakten kennen, zeigen oft überraschende Ergebnisse zwischen Kritik, Belustigung, Verständnis und Empathie. Sie ermöglichen uns Einsichten in „deutsche Kultur“ und ebnen den Weg für eine direkte Kommunikation zwischen Gleichberechtigten beiderseits des Atlantiks.



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Workshop

MAKING OF: COMING OF AGE

mit Teboho Edkins, Regisseur


Edkins, dessen Mutter Deutsche ist und dessen Vater Südafrikaner, wuchs in Lesotho und Südafrika auf. Er studierte Kunst an der Universität Kapstadt, konnte dann durch ein Stipendium zwei Jahre lang in Le Fresnoy, dem Studio National des Arts Contemporains, in Tourcoing im Norden Frankreichs als Artist in Residence arbeiten. Diesem Stipendium folgte ein Postgraduierten-Studium an der dffb Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin in Berlin.

Er führte bis heute Regie bei 11 Kurz- und Langfilmen, welche auf über 350 Filmfestivals und in Museen gezeigt wurden, bspw. Der Berlinale, der Tate Gallery oder dem Centre Pompidou, und gewann zahlreiche Preise. Seine Filme wurden auch in private Sammlungen aufgenommen wie die Sammlung Goetz in München. Derzeit lebt er in Berlin und Kapstadt.


2017: I am Sheriff, 28”min

2016: Initiation, 11’min

2015: Coming of Age, 63’min

2013: Gangster Backstage, 38’min

2011: Gangster Project, 54’ min

2011: Thato, 27’ 35” min

2008: Kinshasa 2.0, 11’07” min

2006: Gangster Project 1, 7’30” min

2005: True Love, 28’ min

2005: Looking Good, 47’ min

2004: Ask Me I'm Positive, 48’ min



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Vortrag

URBANISIERUNG IN CHINA: KÜNSTLERISCHE WAHRNEHMUNG, REPRÄSENTATION UND KRITIK

mit Dr. Heike Frick, Freie Universität Berlin


Nach einer kurzen Einführung in die aktuelle Urbanisierungspolitik der chinesischen Regierung und deren Auswirkungen auf vor allem ländliche durch Nomadenkultur geprägte Gebiete, sollen Perzeptionen und Repräsentationen von Urbanisierung in der chinesischen Gegenwartskunst und dem Film RIVER ROAD von Li Ruijun beleuchtet werden. Ausgehend von einem traditionellen Naturverständnis, wie es sich in chinesischer Philosophie und kosmologischen Konzepten spiegelt, wird aufgezeigt, dass die heutige Urbanisierung in der Kunst durchaus ambivalent und mit einem Gefühl der Verunsicherung und Angst betrachtet wird. Dies betrifft den Umgang mit Natur und Mensch als auch die Kultur der Nomaden, die durch chinesische Zivilisation und Modernisierung zerstört werden. Das Bild einer besseren, da intakteren und daher humaneren Welt der Nomaden wird durch den Einfluss der Han-Chinesen und deren Kulturverständnis zunichte gemacht.



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23.11.2018

16:30

li.wu.

Frieda 23




























































24.11.2018

16:30

li.wu.

Frieda 23



































25.11.2017

15:30

li.wu.

Frieda 23

























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